Die Uhren der Kollektion Portugieser der Uhrenmanufaktur IWC Schaffhausen lassen sich mit Fug und Recht als Erfolgsmodelle bezeichnen. Dabei galten sie vor 75 Jahren eigentlich einmal als das genaue Gegenteil. Doch die einstigen Ladenhüter sind in den letzten 20 Jahren immer beliebter geworden – sichtbar auch an der stetig wachsenden Kollektion.

Der Grund für den anfänglichen Misserfolg der Uhr ist ihr damals wie heute charakteristisch übergroßer Durchmesser: In den 1930er-Jahren sind eigentlich eher zierliche Uhrenformate gefragt. Dennoch flattert 1938 eine Anfrage zweier portugiesischer Geschäftsmänner auf den Tisch der Schweizer Uhrenmarke IWC Schaffhausen. Man wolle eine richtig große Armbanduhr aus Stahl, für eine solche gebe es in Portugal eine echte Nachfrage. Nun dachte IWC zunächst, es handele sich hier schlicht um ein Missverständnis, aber nein, die beiden Portugiesen bestanden darauf. Doch wie der Uhrenhersteller erwartet hat: In den Jahren 1939 bis 1944 werden tatsächlich nur wenige Exemplare verkauft. Selbst eine technische Aufwertung Mitte der 40er-Jahre bringt keinen Erfolg. Dieser kommt, in bescheidenem Maße, erst in den 70er-Jahren mit einer limitierten Sonderedition – bis die Restbestände aufgebraucht sind. Ihr echtes Comeback erlebt die Portugieser schließlich zum 125. Firmenjubiläum mit ihrer dritten Geburtsstunde: In den 90er-Jahren geht der Trend nämlich zu immer größeren Armbanduhren. Und diese repräsentiert die Portugieser immerhin perfekt. Optisch entspricht die Uhr dabei dem historischen Original – abgesehen davon, dass das Taschenuhrwerk dank eines Glasbodens nun sichtbar wird.

Heute gilt sie als echte Uhrenschönheit – darüber hinaus kann die Portugieser-Familie inzwischen sogar mit so einigen verschiedenen Uhrenmodellen überzeugen, darunter seit 2015 auch eine Version mit einem Jahreskalender. Die Portugieser Annual Calendar wird von dem Manufakturkaliber 52850 angetrieben, das nicht nur die kräftezehrende Komplikation des Jahreskalenders, sondern auch eine Gangreserve von sieben Tagen ermöglicht. Drei separate Fenster auf dem versilberten oder blauen Zifferblatt zeigen bei zwölf Uhr den Monat, das Datum und den Wochentag in der amerikanischen Schreibweise an. Weil die Komplikation automatisch die unterschiedliche Länge der einzelnen Monate berücksichtigt, ist eine manuelle Korrektur (über die Krone) nur einmal im Jahr Ende Februar notwendig. Als Portugieser durch und durch sorgen natürlich auch bei diesem Modell der überdurchschnittliche Durchmesser von 44,2 Millimetern und eine Höhe von 14,9 Millimetern für ein Statement. Schlank wirkt die Uhr dank des randgewölbten Saphirglases dennoch. Zudem schmiegt sie sich – trotz ihrer Größe – durch die geschwungenen Bandanstöße auch gut an schmale Handgelenke an.